Heimatruf! - Unter dieser Rubrik werden Informationen über das Museum, Artikel zum Nachdenken und diskutieren sowie aktuelles rund um den Verein Heimatinitiative Münstertal e.V. veröffentlicht.

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Historische Grenzsteine im Münstertal            

Gedanken über das „Aussterben der letzten ihrer Art“ 

Jahrhundertelang markten die Vertreter des Klosters St. Trudpert, die vorderösterreichischen Behörden und die Münstertäler Bevölkerung die Gemarkungsgrenzen des Münstertales oder unterschiedliche „Rottengebiete“ aus. Auch war eine „Ausgrenzung“ der trudpertinischen Waldgebiete besonders wichtig, da so eine Holznutzung  der „Rottenbewohner“ der unterschiedlichen Ortsteile (z.B. Krumlindner, Neuhäusner, usw.) den jeweiligen Wäldern des Tales zuteilbar wurde. Noch heute harren letzte Zeugen dieser historischen Landmarkierung in Form von Grenzsteinen in der Landschaft des Münstertals aus. Diese stellen als geschützte Kleindenkmäler eine Bereicherung der Kulturlandschaft für die Wanderer und Naturliebhaber, aber auch für die einheimische Bevölkerung dar.

In den letzten Jahren mehren sich jedoch die Hinweise, dass im Münstertal Grenzsteine wohl einer technisierten Holzernte und der modernen Wald(voll)erschließung durch Forst- und Maschinenwegebau zum Opfer fallen. Dies ist sehr verwunderlich, wenn nicht gar ärgerlich, da Grenzsteine nach dem Denkmalschutzgesetz Baden-Württembergs zu den gesetzlich geschützten Kleindenkmälern zählen. Es verhärtet sich auch der Eindruck, dass  Grenzsteine im Zeitalter von GPS und digitaler Vermessungstechnik in ihrer Funktion als (eigentlich amtliche) Messpunkte nicht mehr wahr bzw. „ernst genommen werden“. Die Gebirgshöhenrücken des Münstertals  stellten und stellen einen natürlichen Grenzverlauf zu den Nachbargemarkungen bzw. -gemeinden dar. Diese (auch naturschutzfachlich interessanten) Höhenrücken bergen dementsprechend noch letzte Grenzsteine der letzten Jahrhunderte. Leider werden im Münstertal aber gerade diese Höhenrücken z.B. für Seilkraneinsätze bevorzugt forst- und wegebautechnisch erschlossen.

So konnte von der Heimatinitiative Münstertal e.V. in mehreren Fällen festgestellt werden, dass historisch bedeutende Grenzsteine vor einer Wegeerschließung „gesichert“ wurden, indem man sie ausriss und am Wegesrand oder im Straßengraben „deponierte“ (siehe Bildergalerie).Auch wurden zahlreiche Grenzsteine in Erd- und Reisighaufen oder sogar im Bachbett gefunden, ohne sie noch ihrem ursprünglichen Standort zuordnen zu können. Im Gebiet des Berges Belchen wurde bei der Holzernte gar die historische Grenzmauer zwischen den ehemaligen Territorien von Untermünstertal und Neuenweg schwerwiegend geschädigt, obwohl die Mauer zusätzlich mit einem Hinweisschild für Wanderer und Touristen („alte Grenzmauer“) markiert war (siehe Bildergalerie). Eine besonders interessante Variante zum Schutz der Grenzsteine vor „Rückeschäden“ durch die Holzernte stellt auch deren farbliche Markierung mit wasserresistenten Warnfarben dar. Diese Maßnahme wird besonders dem historischen Charakter der Grenzsteine gerecht, und lässt sie auf Jahrzehnte als Denkmäler einer „Schwarzwälder Pop-Art“  eher lächerlich erscheinen [ironisch!] (siehe Bildergalerie).

Abschließend kann an dieser Stelle leider nur der bittende Aufruf an die Bevölkerung und Gäste des Münstertals erfolgen, bewusst die letzten „übrig gebliebenen“ Grenzsteine des Münstertals wahrzunehmen, sie zu pflegen und damit auch zu schützen. Leider könnte man in diesem Zeitalter die steinernen Zeugen der vergangenen Jahrhunderte als eine im Münstertal vom „Aussterben bedrohte Art“ bezeichnen. Bitte helfen Sie daher mit, den Erhalt der Grenzsteine für zukünftige Generationen zu sichern, und/oder melden Sie bitte ausgerissene Grenzsteine an die Gemeinde Münstertal.

Vielen Dank!

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In den Boden gefahrener Grenzstein (1836) im Wald

Müll im Wald – vom „Wegwerfen“ innerer Werte

 

Bewegt man sich aufmerksam durch den münstertäler Wald nimmt man ihn gelegentlich wahr: Müll. An den unterschiedlichsten Plätzen in der Natur (meist auch in der Nähe befahrbarer Wege und Straßen), die unterschiedlichsten Arten. Ob Verpackungen, Kühlschränke, Autoreifen, Reste von Wohnraumsanierungen, Farbreste usw., alles taugt zur illegalen Entsorgung im sichtgeschützten Wald. Gar ein toter Papagei samt Käfig wurde auch schon gefunden.

Illegale Müllentsorgung in den münstertäler Waldgebieten geht auch auf die Rechnung der Allgemeinheit. Gemeindemitarbeiter und Privatpersonen sammeln und entsorgen mühevoll den Müll, wofür indirekt der Steuerzahler finanziell aufkommt. Also wir alle.

Man möchte sich eigentlich gar nicht die Frage stellen, warum jemand in dieser Weise die Umwelt belastet und „die Natur mit Füßen tritt“. Hier bewegt man sich gedanklich in die dunklen Tiefen einer Moral, in welcher das „Geiz ist Geil“ der billigen Müllentsorgung festen Bestand hat. Es ist eine Mischung aus Faulheit und Boshaftigkeit die der heimliche Entsorger nicht überwinden kann, um den Müll zu einer Annahmestelle zu fahren und kostenlos zu entsorgen. Das ist arm. Arm vor allem im Geiste, dessen Besitzer es offensichtlich an einem wertorientierten Handeln fehlt. Der illegale Müllentsorger definiert sich dementsprechend durch ein „Wegwerfen“ innerer Werte, der langsam schleichenden „Entsorgung“ seines eigenen (noch existenten?) Gewissens und personifiziert somit einen tiefen Abgrund der Dummheit.

Bitte helfen Sie mit unsere heimische Natur zu schützen, und melden Sie illegale Müllentsorgung der Gemeinde Münstertal. Die Umwelt, der Wald und seine Bewohner werden es Ihnen danken.

 

Ihre Heimatinitiative Münstertal e.V.

 

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Illegale Reifenentsorgung bereich Haldenhof/Münstertal